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09.12.2005
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Jana Frey

Luft zum Frühstück

War hauchdünn: Ashlee Simpson (Foto: Alison Dyer)
Sängerin Ashlee Simpson hat es gerade enthüllt, Schauspielerin Mary-Kate Olsen und Mager-Model Kate Moss machen schon lange kein Geheimnis mehr daraus: Magersucht gehört zum roten Teppich, wie das kleine Gucci-Täschchen in der Hand. Autorin Jana Frey wehrt sich jetzt gegen den Trend "Bulimie" und erinnert im Roman "Luft zum Frühstück" daran, dass nach dem Skelett im Spiegel der Tod kommt.
Das Wort "Magersucht" hat in den letzten Jahren an Kraft verloren: "Mager" ist der beliebte Trend in Mode und Society, "Süchte" jeder Art gehören offensichtlich zum hippen Glamour-Leben dazu. Auch Bulimie-Geständnisse wie das von Ashlee Simpson überraschen nicht wirklich. Die erzählte gerade der britischen "Sun", dass sie zu Beginn ihrer Karriere an heftigen Ess-Störungen litt, die sie mit Hilfe ihrer Familie aber wieder in den Griff bekam. Dürre Kolleginnen wie Kate Moss, Nicole Richie und Lindsay Lohan scheinen sich dagegen mit ihrem "Mager-Schicksal" abgefunden zu haben und hungern fröhlich weiter. Sie werden sogar zu Vorbildern: Immer mehr junge Mädchen wollen so dürr sein wie ihre Musik-Idole. Autorin Jana Frey verpasst der Liga der Superdürren jetzt einen gehörigen Denkzettel.

Gefährlich dünn: Lindsay Lohan ist Schlankheits-Idol für viele Teenies

Luft zum Frühstück
In ihrem bewegenden Roman "Luft zum Frühstück" erzählt Jana Frey von der 14-jährigen Serafina, deren harmlose Sommer-Diät in einem unglaublichen Fiasko endet. Serafina ist nicht dick, sie hat weiche Rundungen und wenn sie sitzt, bilden sich an ihrem Bauch kleine Röllchen. Die stören sie aber erst dann, als sie Freundin Ernestine kennenlernt, die mit einem flachen Bauch und Kleidergröße 34 gesegnet ist. Ernestines Bruder, in den sich "Fina" verknallt hat, bemerkt sie
Luft zum Frühstück (Loewe)
nicht einmal. Weil sie zu dick ist, denkt Fina. Und auch dass die Ehe ihrer Eltern kurz vor dem Aus steht, liegt bestimmt daran, dass ihre Mama zugenommen hat. Zunächst isst Fina weniger und joggt jeden Morgen vor der Schule. Aus dem Apfel wird aber schnell eine Tasse Kräutertee und Teller vom Mittagessen versteckt Fina schließlich unangerührt in ihrem Zimmer. Bis sie die Waage eines Tages in den Wahnsinn und an den Rand des Todes treibt.

Schockierende Details
Autorin Jana Frey, die mit ihrem letzten Jugendbuch "Höhenflug abwärts" bereits für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, schlägt dem Leser mit unglaublichen Magersucht-Details mitten ins Gesicht. Zum Beispiel mit Finas Beobachtungen, dass sich auf ihrem skelett-dürren Körper ein zarter Haar-Flaum bildet, der sonst nur bei ungeborenen Embryos im Mutterleib wächst. Oder mit einer bewegenden Szene im Fast-Food-Restaurant, in der Serafina fast an den Pommes in ihrem Hals erstickt, die ihre besorgte Mutter ihr aufzwängt und die sie einfach nicht mehr schlucken kann. "Luft zum Frühstück" ist Pflichtlektüre nicht nur für alle Schlankheits-Wahnsinnigen.

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